Kutch Wines

 

Das Sonoma war nebelverhangen und es nieselte leicht, zudem war es einfach kalt und so gar nicht freundlich. Jamie Kutch fuhr vor, öffnete den Schuppen, stellte einen Camping Tisch und ein paar Campingstühle darum herum auf und bereit war der Degustationsraum.

Jamie ist so anders als viele seiner Zunftgenossen. Ein Visionär der Extraklasse! Er, der Quereinsteiger, begann sich vor 20 Jahren um den Wein zu interessieren. Vor allem haben es ihm die Burgundersorten angetan.

In diese hat es sich verliebt und diesen lässt er seine ganze Aufmerksamkeit zukommen.  Die Weine keltert er in einem einfachen Gebäude in Sonoma. Jamie hat sich zum Ziel gesetzt, dass er Weine mit einem tieferen Alkoholgrad als in Kalifornien üblich abfüllen will. Deshalb ging er bei der Kelterung seinen eigenen Weg. Bei den Kutch Pinot Noirs werden die ganzen Trauben also mit den Stielen und Stängeln vergoren. Jacques Seysses von der Domain Dujac sagte einmal zu mir, dass, wenn man mit den Stielen und Stängeln vergären würde, man einen besser «durchlüfteten» Wein erhalte. Lange konnte ich mir keinen Reim darauf machen, was er damit meinte. Jetzt kommen mir seine Worte wiederum in den Sinn und ich denke, Jacques meinte damit wohl, etwas leichtere und farblich hellere Weine, mit aber sicherlich immer noch genügend Gerbstoffen, die Frucht und die Sortentypizität voll präsent und nicht etwa unter zu viel Extrakten verborgen. Das könnte er gemeint haben, dies die Gedanken am Campingtisch an diesem nebligen Morgen im Sonoma.

Das so Vergären muss natürlich gelernt sein und am besten erlernt man dies in der Praxis. Ab dem Jahrgang 2012 vergor Jamie nur noch auf diese Weise und dies mit grossem Erfolg. Er ist laufend ausverkauft und wer nicht vorreserviert hat, läuft Gefahr, am Ende ohne Kutch Weine dazustehen. Seine Weine sind mittlerweile auch bereits gesuchte Sammlerobjekte und bei gut besetzten Burgunder Degustationen können sie durchaus mithalten.